Yogische Ernährung

Im Yoga wird der Mensch als Ganzes betrachtet: Wer Yoga praktiziert, der wird spüren, wie das Ausüben der Asanas und Pranayamas auch immer stärkeren Einfluss auf das restliche Leben nimmt. Schon bald nimmt man die Dinge des täglichen Lebens bewusster wahr und achtet verstärkt auf seine Handlungen. Dazu gehört auch, dass man seinem Körper und seiner Ernährung besondere Beachtung schenkt.

Yogische Ernährung

Durch Yoga sollen Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht werden. Falsche Ernährung ist dabei kontraproduktiv, da sie dem Körper nicht nur die dringend notwendige Energie verwehrt, sondern ihm auch Giftstoffen zuführt, die dem harmonischen Ziel abträglich sind.

Die Grundsätze der yogischen Ernährung

Die richtige Yoga-Ernährung erfüllt immer folgende Kriterien:

  1. Sie erhöht die Energie und die geistige Wachheit des Yogis.
  2. Sie entspricht den Anforderungen der klassischen Yoga-Schriften.
  3. Sie ist auch mit der westlichen Auffassung von Vollwertkost konform und entspricht den Anforderungen, die die moderne Ernährungswissenschaft an eine ausgewogene Ernährung stellt.
  4. Sie schmeckt gut, weshalb die Umstellung nicht schwer fällt.
  5. Sie ist schnell und einfach zuzubereiten und lässt sich deshalb gut in den modernen Alltag integrieren.

Essentiell wichtig ist die Verwendung und korrekte Zubereitung geeigneter Zutaten. Sie tragen dazu bei, die drei Grundeigenschaften eines jeden Menschen – die sogenannten Gunas: Tamas, Rajas und Sattva – in der Balance zu halten. Tamas steht dabei in der Samkhya-Philosophie für Trägheit und Faulheit. Rajas ist Aktivität, Leidenschaft und Bewegung. Sattva hingegen steht für Reinheit, Klarheit und Harmonie. Bei jedem Menschen sind die drei Eigenschaften unterschiedlich stark ausgeprägt. Um sie im Gleichgewicht zu halten, ist eine richtige, sattwige (reine) Nahrung unerlässlich.

Essen Sie nicht einfach irgendetwas

Auch die alte Weisheit “Wir sind, was wir essen” trifft auf die Yoga-Ernährung zu: Der yogischen Lehre folgend wird Nahrung nicht nur benötigt, um die Körperfunktionen aufrecht zu halten, sondern auch, um den Geist zu formen und das eigene Wesen auf subtile Weise zu beeinflussen. Frische, leichte und nahrhafte Kost macht den Körper aufnahmebereit für die Praxis des Yoga und hält ihn schlank und beweglich.

Als besonders geeignet für die yogische Küche werden sehr energiereiche Zutaten betrachtet. Die Energie der Sonne spielt im Yoga eine besondere Rolle und dies spiegelt sich auch in den Grundsätzen der Ernährung wieder: Während Fisch und Fleisch ihre Energie nur aus zweiter Hand gewinnen (durch pflanzliche Ernährung), beziehen Pflanzen ihre Energie mittels Photosynthese direkt aus der Sonne. Als Speicher dieser „direkten“ Energieform sind pflanzliche Lebensmittel daher unbedingt vorzuziehen.

Eine vegetarische Ernährung ist zwar keine Grundvoraussetzung, um mit dem Yoga zu beginnen, aber um die höheren Ebenen der Meditation erreichen zu können, ist sie essentiell. Die Schriften gehen aber davon aus, dass sich der Wunsch nach gesunden, frischen Nahrungsmitteln ohnehin nach einiger Zeit des regelmäßigen Übens einstellen wird.

Die Zutaten einer gesunden Yoga-Ernährung

Folgende Lebensmittel sollten den Hauptanteil einer gesunden Yoga-Ernährung ausmachen: Getreide, Milch, frische und geklärte Butter (Ghee), Ingwer und sämtliche Gemüsesorten, die biologisch angebaut wurden und frei von künstlichen Zusatzstoffen sind. Milch und Butter kommt gerade in der Anfangsphase eine besondere Bedeutung zu, da sie den Organismus nach dem Üben abkühlen und beruhigen. Nach einiger Zeit des Übens kann wieder auf eine weniger kalorienreiche Ernährung umgestellt werden.

Gedünstetes Gemüse, Rohkost, frische Kräuter und gute Gewürze, gesunde Zwischenmahlzeiten (z.B. frisches Obst, Nüsse, Joghurt), viele Milchprodukte, Nüsse, Sprossen und Samen sowie Honig (statt Zucker) und wenig Salz ergeben eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die den Ansprüchen der yogischen Lehre gerecht wird. Verzichten Sie dagegen auf aufputschende Lebensmittel, wie scharfe Gewürze, Tee und Kaffee sowie auf Fleischprodukte.

Auch spezielle Yoga-Getränke, -Gewürze und -Nahrungsmittel können die Ernährung unterstützen. So gibt es zum Beispiel aromatische Gewürzmischungen für jeden Energietyp des Yoga und Getränke, die die Entschlackung und die Stoffwechselprozesse ankurbeln und so den Körper für die Yoga-Übungen fit machen.

Ein Tipp für alle, die Ihre Ernährung umstellen und dabei trotzdem zeitgemäß und lecker kochen wollen, ist die europäische ayurvedisch/vegane Gourmetküche von Volker Mehl. In seinem Kochbuch Koch dich glücklich mit Ayurveda hat Mehl aus den Ernährungsrichtlinien der 5.000 Jahre alten Lehre moderne Rezepte entwickelt, die schmecken und dabei noch wirklich gesund sind.

Ein tolles Plädoyer für die fleischlose Ernährung finden Sie in Shanon Gannons Yoga und Vegetarismus. Freunde der veganen Küche finden außerdem bei Vegan for Fun von Attila Hildmann tolle Anregungen und köstliche Rezeptideen. Für Abwechslung auf dem Tisch sorgt auch Anti-Stress Yoga, eine Yoga-Kartenbox mit 54 Asanas und 20 Rezepten von Petra Orzech.