Karma Yoga

Karma Yoga

Karma Yoga ist der Yoga der Tat und der Yoga-Weg für einen erfüllten spirituellen Alltag. Im Zentrum des Karma Yoga steht der selbstlose Dienst an Gott. Jeglicher menschlichen Aktivität wird dabei ein erhabener Wille zugesprochen: Der Yogi entsagt allen ichhaften Zwecken seiner Taten und verzichtet auf die Früchte seines Handelns. Jede Tat wird stattdessen dem Göttlichen und dem Universum als Opfer dargebracht.

Neben dem Jnana Yoga, dem Bhakti Yoga und dem Raja Yoga ist das Karma Yoga der vierte Weg zur Erlösung, wie sie den Gläubigen in der Bhagavad-Gita, der höchsten heiligen Schrift des Hinduismus, verheißen wird. Karma bedeutet dabei so viel wie der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Demnach ist alles, was man jetzt tut Ursache für eine zukünftige Wirkung und alles, was jetzt geschieht Wirkung einer früheren Ursache. Alles, was wir tun, hat also Konsequenzen.

Aber im Gegensatz zu dem einfachen Prinzip von Belohnung und Bestrafung, als das Karma häufig missverstanden wird, ist Karma Yoga eine Schule des Lebens: An den Aufgaben, die das Schicksal dem Menschen stellt, wächst er.

Karma Yoga bedeutet, sein Leben in Harmonie mit sich selbst und in Harmonie mit seiner Umwelt zu gestalten.
Dafür muss der Yogi seine eigenen Fähigkeiten und Talente kennenlernen und auch den Mut haben, diese zu leben, um somit sein Dharma (seine Lebensaufgabe) zu erfüllen.

Ein aktives und engagiertes Leben ist das Zentrum des Karma Yoga. Einfühlungsvermögen in das Umfeld der Tat, in die Mitmenschen und ihre Bedürfnisse ist dabei ebenso erforderlich wie Selbstvertrauen, Freiheit von Vorurteilen und Liebe zu den Menschen und dem Göttlichen. Die Tat geschieht uneigennützig um der Tat wegen, nur für die Freude an der Tat, unabhängig vom Erfolg der Handlung.

Im Karma Yoga gibt es keinen hochwertigen oder minderwertigen, guten oder schlechten Dienst. Jede Tat, die in Selbstlosigkeit geschieht, ist ein Schritt auf dem Weg zur Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten. Der Yogi erwartet nichts für seinen Dienst und ist dankbar für die Gelegenheit zum Dienen. Nur dann wird Karma Yoga zur Reinigung des Herzens und zum Dienst an Gott.