Jnana Yoga

Jnana Yoga

Jnana Yoga bedeutet so viel wie „Yoga des Wissens“.

Dieser Yoga-Weg gilt als einer der vier klassischen Yoga-Wege, die zur Erlösung führen. Wer Jnana Yoga praktiziert geht dabei den „Weg des Wissens“ (Jnanamarga) und strebt nach der höchsten Erkenntnis, der Erkenntnis der letzten Wahrheit. Ziel dieses sehr spirituellen und philosophischen Yoga-Weges ist die Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten, die nur derjenige erfährt, der die letzte Erkenntnis erlangt hat.

Im Jnana Yoga bedient man sich der Vedanta-Philosophie, was so viel bedeutet wie „Ende des Veda“, sprich höchstes Wissen. Demnach besteht unser Selbst aus drei Körpern: dem physischen Körper, dem Astralkörper und dem Kausalkörper. Der physische Körper wiederrum unterteilt sich in drei Hüllen: die Nahrungshülle, die Energiehülle und die geistig emotionale Hülle. Der Astralkörper enthält darüber hinaus die intellektuelle Hülle und der Kausalkörper die Wonnehülle.

Drei Körper, fünf Hüllen – das ist die Grundannahme des Jnana Yoga.

Beim Jnana Yoga reflektieren die Yogis über den Sinn des Lebens. Hier stehen wichtige Fragen im Vordergrund: Wer bin ich? Woher komme ich? Woher kommt die Welt? Was ist der Sinn des Lebens? Was ist wirklich? Am Ende steht dann die Erkenntnis, dass jedes individuelle Selbst (Atman) mit der Weltseele (Brahman) eins ist.

Während der Praxis des Jnana Yoga macht sich der Yogi diese Wahrheiten bewusst und verinnerlicht sie in der Meditation. Erst wenn er von der Erkenntnis vollkommen durchdrungen ist, kann er sein Leben anhand seines Wissens neu einrichten.

Die Praxis des Jnana Yoga besteht deshalb aus drei Schritten, die sich zyklisch wiederholen: Der erste Schritt ist Shravana, das Zuhören, es folgt Manana, die Reflektion, und im letzten Schritt erfolgt Nididhyasana, die Meditation, in der das Gehörte und Reflektierte zur Erkenntnis heranreift.