Bhakti Yoga

Pujas und Opfergaben gehören zum Bhakti Yoga

Bhakti Yoga ist der Yoga der selbstlosen Liebe, der liebevollen Beziehungen zu Gott. Wer den Yoga- Weg des Bhakti Yoga wählt, der wählt den Weg der liebenden Hingabe: Liebe der Liebe wegen, denn Gott ist die Verkörperung der Liebe. Höchstes Ziel des Bhakti Yoga ist die Einheit mit Gott, mit Krishna, der eine Inkarnation des Höchsten darstellt und damit die absolute Vollkommenheit. Quelle der Krishna-Verehrung ist die Bhagavad-Gita, die Krishna als das kosmische Selbst betrachtet, das alles Leben durchdringt. Krishna ist aber auch eine Reflexion des kosmischen Selbst in jedem einzelnen Lebewesen – und der spirituelle Lehrer der Gläubigen.

Bhakti Yoga ist einer von vier Wegen des Yoga, um zu Gott zu kommen, doch es ist der einfachste: Während Jnana Yoga dem Yogi auch Verweigerung abverlangen kann, Karma Yoga selbstlosen Dienst und Raja Yoga den Stillstand aller Gedanken erfordert, ist Bhakti Yoga pure Hingabe. Wer Gott all seine Gedanken schenkt, den nimmt er bei der Hand. Dabei nimmt Gott genau jene Form an, die der Gläubige für seine Verehrung gewählt hat. Wird das Göttliche als Christus oder Allah verehrt, offenbart er sich in dieser Form, wird er als Krishna verehrt, erscheint er dem Gläubigen in der Form des Krishna.

Im Gegensatz zum Hatha Yoga erfordert die Selbstverwirklichung im Bhakti Yoga keine körperliche Gymnastik. Beim Bhakti Yoga steht der Name Gottes im Mittelpunkt der Praxis. Die Verehrung des Höchsten kann dabei verschiedene Formen annehmen. Im Zentrum steht immer das Hare Krishna Mantra, dessen Wiederholung als Pfad zur höchsten Vollkommenheit gilt. Im Hare Krishna Mantra, erweist der Gläubige den spirituellen Meistern und Göttern seine Ehrerbietung.

Die einfache Wiederholung göttlicher Namen oder Mantras (Japa) und die Wiederholung rhythmischer Wechselgesänge (Kirtana) gehören genauso zum Bhakti Yoga wie das gemeinsame Singen von Bhajans (religöse Lieder) und das praktizieren von Pujas (religiöse Zeremonien/Verehrungen). Der Dienst an der Gottheit wird Seva genannt. Dabei kann jede Tätigkeit als Dienst an der Gottheit betrachtet werden, solange man sich nicht selbst als Handelnden betrachtet. Nur eine selbstlose Tat ist ein Dienst am Göttlichen und führt so schließlich zu Gott selbst.