Gesundheitsrisiko Yoga

Um das Gesundheitsrisiko im Yoga zu minimieren, sollte man unter Aufsicht eines Lehrers üben.

“Die große Mehrheit der Menschen sollte mit Yoga aufhören”, mit dieser Aussage schockte 2009 ausgerechnet ein Yoga-Lehrer die internationale Gemeinschaft der Yogis: Glenn Black gilt als Koryphäe in US-amerikanischen Yoga-Kreisen. Eingebettet war diese Aussage in einen Artikel der New York Times, in dem William J. Broad die negativen Seiten und Gesundheitsrisiken des Yogas beleuchtete. Damit machte sich der Wissenschaftsjournalist und Pulitzerpreis-Gewinner Broad in aller Welt nicht nur Freunde. Auf Verärgerung stieß vor allem die Tatsache, dass Broad in seinem Artikel von Einzelfällen berichtete und daraus auf ein allgemeines, sehr hohes Gesundheitsrisiko durch Yoga schloss. So erzählt er zum Beispiel von einer 28-jährigen Frau, die während der Praxis einen Schlaganfall erlitt, als sie in der Stellung des Bogens verharrte. Es dauerte zwei Jahre, bis sie wieder laufen konnte. Kritikern stoßen solche Beispiele für das Gesundheitsrisiko durch Yoga böse auf, schließlich mache auch niemand den Berg dafür verantwortlich, wenn ein Skifahrer verunglücke, wie ein empörter Yoga-Lehrer gegenüber dem Magazin ZEIT sagte.

Das Ego als Gesundheitsrisiko im Yoga

Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass es ein gewisses Gesundheitsrisiko beim Yoga gibt. Doch das gilt für alle Sportarten und ist kein Yoga-typisches Phänomen. Genauso kann es langfristige Folgen für die Knie und die Wirbelsäule zu haben, einen Marathon zu laufen, Fußball zu spielen, Gewichte zu stemmen und zu tanzen. Das Besondere am Yoga ist jedoch, dass Yoga primär als Heilsbringer betrachtet wird. Im allgemeinen Bewusstsein steht nicht das Gesundheitsrisiko durch Yoga im Vordergrund, sondern eher dessen Gegenteil. Vom Yoga erhofft man sich Gesundheit und Wohlbefinden. Doch es ist beim Yoga wie bei jeder anderen Sportart auch: Wenn man seine Grenzen nicht kennt und dem Körper mehr abverlangt, als er zu geben bereit oder in der Lage ist, besteht immer die Gefahr einer Verletzung oder Folgeerkrankungen.

Die Schuld im Yoga zu suchen, ist da fehl am Platz. „Es ist das Ego“, sagt Glenn Black in William J. Broads Artikel weiter. „Der Sinn von Yoga ist jedoch, das Ego zu überwinden.“ Und so schließt auch der Artikel mit einem Zitat des Yoga-Lehrers: „Meine Nachricht ist, dass Asanas kein Allheilmittel sind. Die Wahrheit ist: Wenn du Yoga mit Ego oder Besessenheit praktizierst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du damit Schwierigkeiten verursachst.“

Hinweise zum Gesundheitsrisiko im Yoga

Seien Sie sich also bei der Yoga-Praxis ständig darüber im Klaren, dass es ein gewisses Gesundheitsrisiko beim Yoga gibt, dass Sie es aber selbst in der Hand haben, wie groß dieses Risiko ist. Wer einige allgemeine Hinweise beachtet, kann das Gesundheitsrisiko im Yoga auf ein Mindestmaß reduzieren, anstatt vollkommen von der Praxis abzurücken. Für alle gilt: Liegen schwere körperliche oder psychische Erkrankungen oder chronische Leiden vor oder müssen Sie starke Medikamente einnehmen, halten Sie vorher unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt. Yoga ist kein Patentrezept und was dem einen gut tut, kann dem anderen schweren Schaden zuführen. Praktizieren Sie Yoga deshalb unter fachlicher Aufsicht und informieren Sie den Lehrenden über Ihre gesundheitlichen Beschwerden. Dann kann er sich darauf einstellen und Ihre besonderen Aspekte berücksichtigen. Das gilt auch für zurückliegende Bandscheibenvorfälle oder Knieprobleme, wenn Sie mit Yoga Ihre Schmerzen kurieren oder die Beweglichkeit verbessern wollen. Wenn es bereits eine Vorbelastung gibt, ist das Gesundheitsrisiko beim Yoga natürlich erhöht. Wer ohnehin Schmerzen in den Knien hat, sollte zum Beispiel auf den Lotussitz und Sprünge, wie Sie im Power-Yoga häufig vorkommen, verzichten.

Das Gesundheitsrisiko im Yoga minimieren

Gegenanzeigen gibt es wegen des erhöhten Gesundheitsrisikos beim Yoga auch bei Augenerkrankungen. Wenn Sie unter Grünem Star oder Netzhautablösungen leiden, vermeiden Sie Umkehrhaltungen, Kopf- und Schulterstand und vielleicht sogar den Herabschauenden Hund. Im Einzelfall muss Ihr Arzt Sie beraten, welche Yoga-Übungen Sie besser auslassen sollten. Aber auch wenn Sie keine derartigen Erkrankungen haben, ist bei Kopf- und Schulterstand Vorsicht geboten. Wird die Asana falsch ausgeführt, kann sie sehr leicht zu Verletzungen im Halswirbelsäulen-Bereich führen, mit denen nicht zu spaßen ist. Wenn Sie nicht über die notwendige Kraft und Balance verfügen, um diese Übung korrekt auszuführen, sollten Sie im Zweifelsfall lieber darauf verzichten. Die große Kunst beim Yoga besteht darin, die eigenen körperlichen Grenzen zu erkennen und sie nicht gewaltsam überschreiten zu wollen. Hören Sie immer auf die Signale Ihres Körpers und vertrauen Sie darauf, dass er weiß, was für ihn gut und richtig ist. Wenn Sie nicht mehr wollen als Ihr Körper und achtsam mit ihm umgehen, dann ist das Gesundheitsrisiko im Yoga kein Grund, auf die Praxis zu verzichten.