Lach-Yoga

Lach-Yoga

Lachen ist gesund – das weiß jedes Kind. Lachen schafft nämlich nicht nur gute Laune, es mobilisiert auch die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers, stärkt die Abwehrkräfte und setzt Kreativität und ungeahnte Potentiale frei. Und das Beste: Lachen hat keinerlei Nebenwirkungen! Genau das macht man sich beim Lach-Yoga zu nutze. Lach-Yoga ist grundloses Lachen: „Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen“, erklärt der indische Arzt Madan Kataria, der dem Lach-Yoga zur weltweiten Verbreitung verholfen hat. Erste Versuche in diese Richtung hatte bereits der amerikanische Journalist Norman Cousins (1915 – 1990) unternommen. Er gilt als der Begründer der Lachtherapie und heilte sich selbst durch regelmäßige Lachkuren von einer chronischen Entzündung der Wirbelsäule.

Heute wissen die Gelotologen, die Lachforscher, dass beim Lachen körpereigene Hormone ausgeschüttet werden, die Entzündungen hemmen und Schmerzen stillen. Außerdem baut der Körper beim Lachen Stresshormone ab, das Immunsystem wird gestärkt, der Sauerstoffgehalt im Gehirn erhöht und das Herz-Kreislauf-System in Schwung gebracht, die Atmung verbessert und der Stoffwechsel angeregt. Schon nach kurzer Zeit sind ein verbessertes Allgemeinbefinden und eine positivere Grundstimmung zu beobachten. Die Teilnehmer der Lach-Yoga-Kurse handeln freier und kreativer und lachen auch außerhalb der Seminare häufiger und ausgelassener.

Fake it, until you make it

Der indische Arzt Madan Kataria stieß 1995 bei Recherchen zum Thema Lachen auf die heilsame Wirkung des Lachens und gründete sofort einen Lach-Club. Hier erzählte man sich zunächst Witze, doch als den Teilnehmern die Pointen ausgingen, entwickelte Kataria Lach-Übungen, für die er Yoga-Übungen, Stretching und pantomimische Lachübungen kombinierte. Zunächst tun die Teilnehmer also erst einmal nur so, als würden sie lachen.

Dieses willentliche Lachen ruft, wissenschaftlichen Studien zufolge, etwa die gleichen psychologischen Effekte – und damit ähnliche körperliche Reaktionen – hervor wie echtes, spontanes Lachen. Bis das willentliche Lachen allerdings in natürliches Lachen übergeht, heißt es: „Fake it, until you make it“. Um Lach- Yoga praktizieren zu können muss man nicht besonders humorvoll sein; einzige Voraussetzung ist der Wille zu lachen. Alles Weitere erreichen Sie über die Lachübungen – das Löwenlachen, das Ein-Meter-Lachen, das Engelslachen oder das Über-sich-selbst-Lachen.

Die Praxis des Lach-Yoga

Lach-Yoga wird in der Gruppe, im Stehen oder im Liegen, ausgeführt. Dabei macht man sich eine Eigenschaft des Lachens zu Nutze, die jeder schon einmal erlebt hat: Lachen ist ansteckend. Durch Blickkontakt innerhalb der Gruppe und die natürliche Gruppendynamik entsteht so schon bald ein echtes, natürliches Lachen, das sich unter den Teilnehmern schnell ausbreitet. So kann es zum Beispiel eine erste Übung sein, schweigend und tonlos zu tun, als lache man. Schon allein, die anderen dabei zu beobachten, sorgt für erste echte Lacher. Die Freude am Lachen steht auch im Vordergrund, wenn Sie sich die Ohren zuhalten und vollkommen ungehemmt laut loslachen. Oder Sie stellen sich gegenseitig pantomimisch dar, wie Sie in eine scharfe Peperoni oder eine saure Zitrone beißen. Auch hierüber darf nach Leibeskräften gelacht werden. Und wenn die anderen Übenden noch nicht lauthals lachen, läuft einer der Teilnehmer mit gezücktem Lachfinger (Zeigefinger) durch den Raum und infiziert seine Mitlachenden mit der Lachspritze.

Auch allein können Sie Lachübungen durchführen. Laufen Sie zum Beispiel mit dem Handy durch die Straßen und geben Sie vor, am anderen Ende der Leitung würde jemand eine extrem komische Geschichte erzählen, über die Sie herzhaft lachen müssten. Oder halten Sie sich das Handy vor das Gesicht und tun Sie so, als sähen Sie gerade Ihren Kontostand und müssten darüber richtig laut lachen.

Die einzelnen Lachübungen werden im Lach-Yoga mit Atemtechniken kombiniert, die das Zwerchfell stimulieren und so die Lachreflexe anregen sollen.

Erfahren Sie noch mehr über die verschiedenen Yoga-Zielgruppen.