Satyananda Yoga

Der Satyananda Yoga ist ein moderner Yoga-Stil, der von Paramahamsa Swami Satyananda Saraswati, (1923 – 2009), einem Schüler von Swami Sivananda in seiner Bihar School of Yoga entwickelt wurde. Satyananda Yoga ist deshalb auch unter dem Namen Bihar Yoga bekannt. Satyananda bedeutet im Sanskrit, der alten Sprache Indiens, so viel wie „Wahrhaftigkeit“, „Glückseligkeit“ und „höchste Wonne“. Dieser Name wurde Paramahamsa Saraswati von seinem Meister Swami Sivananda verliehen und wurde zum Leitgedanken dieses neuen Yoga-Stils.

Satyananda Yoga

Swami Satyananda galt als einer der bedeutendsten Yogameister unserer Zeit und trug mit seinem Stil, der den klassischen Yoga mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Lebensweisen verband, sehr zur Verbreitung des Yoga in der westlichen Welt bei. Im Satyananda Yoga wird das uralte Wissen aus den vedischen, tantrischen und yogischen Quellen zusammengetragen und an die Bedürfnisse des modernen Lebens angepasst. Zu diesem Zweck vereint der Satyananda Yoga die klassischen Yoga-Wege zu einem neuartigen, vollkommen flexiblen System.

Das Beste von allem – vereint im Satyananda Yoga

Dem Jnana Yoga entnimmt der Satyananda Yoga den Aspekt des intuitiven Wissens, dem Bhakti Yoga die Fähigkeit, Emotionen zu steuern, dem Karma Yoga die Handlungsanweisungen und dem Raja Yoga die geistigen und spirituellen Aspekte.

So deckt der Yoga nach Swami Satyananda alle Aspekte des Lebens ab und kann in seiner Ganzheitlichkeit seine volle, heilsame Wirkung entfalten, die heute auch vielfach zu Therapiezwecken verwendet wird. Der Satyananda Yoga umfasst sowohl die klassischen Yoga-Techniken als auch Anleitungen zur Lebensgestaltung. Alle Elemente zielen darauf ab, den Körper ins Gleichgewicht zu bringen, die Energien zu verteilen und dem Übenden Ruhe zu bringen. Während der Praxis lernt der Yogi, seinen Geist zu fokussieren und sich in einen Zustand vollständiger Wachsamkeit zu versetzen.

Übungen des Satyananda Yoga

Die Satyananda Yoga- Praxis dauert in der Regel 1 – 1,5 Stunden und umfasst zahlreiche Asanas und Pranayamas sowie Meditationsübungen. Der Tiefenentspannung (= „Yoga Nidra“ oder auch „Schlaf der Yogis“ genannt), kommt beim Satyananda Yoga eine zentrale Bedeutung zu. Während der Schlaf, wie wir ihn kennen, unbewusst erfolgt, ist „Yoga Nidra“ ein „bewusster Schlaf“. Mit dieser Technik trainiert der Yogi seine Achtsamkeit und versetzt sich in einen vollkommen aufnahmebereiten und durchlässigen Zustand, er lernt loszulassen und sich für kreatives Erleben, höhere Inspiration und Weisheit zu öffnen.

Eine weitere wichtige Praxis im Satyananda Yoga ist die Pawanmuktasana (PMA)- Reihe, die antirheumatische und antigastritische Übungen enthält und so den Gasen ein Entweichen aus dem Körper ermöglichen und Übersäuerung entgegenwirken soll. Die PMA werden deshalb häufig Rheuma-Patienten und Menschen mit entzündeter Magenschleimhaut als Therapie empfohlen.

Auch jenseits der Yoga-Matte beeinflusst der Satyananda Yoga das Leben der Übenden. Der ganzheitliche Ansatz wird auf alle körperlichen, geistigen, emotionalen und spirituellen Aspekte des Lebens übertragen, passt sich dabei aber dem hektischen Leben der heutigen Zeit an.