Moonlight-Yoga

Mit Moonlight-Yoga kommen Sie zur Ruhe und tanken neue Kraft.

Schon der Name Moonlight-Yoga lässt eine innere Spannung in uns abfallen: Es ist still, es ist Nacht und der Mond zieht ganz langsam seine Bahnen über das Firmament. Genau darum geht es beim Moonlight-Yoga, der auch als Restorativer Yoga bezeichnet wird, und von der ehemaligen Schauspielerin und Yoga-Lehrerin Patricia Thielemann entwickelt wurde. Moonlight-Yoga verspricht Entspannung pur und kommt vor allem jenen zu Gute, die unter Schlafstörungen, innerer Anspannung und Nervosität leiden. Sportliche Verrenkungen und dynamische Bewegungsabläufe suchen Sie hier vergebens. Hier geht es um das bewusste Loslassen, das Abschalten. Wo andere Yoga-Stile ein „Machen“ erfordern, braucht der Moonlight-Yoga nur das „Sein“. Nicht umsonst heißt dieser Stil auch Restorativer Yoga: Anstatt der Schwerkraft entgegen zu arbeiten, die Muskelkraft zu aktivieren und durch das Wechselspiel von An- und Entspannung Veränderungen zu erzielen, geben Sie sich hier einfach der Schwerkraft hin. Ziel des Moonlight-Yoga ist es, die Erdanziehungskraft für Sie arbeiten zu lassen und alles Gewicht (und damit alle Sorgen) an den Boden abzugeben. Moonlight-Yoga ist ein sanfter Yoga-Stil, der sich verschiedener Hilfsmittel – Yoga-Kissen, Yoga-Blöcke und Decken – bedient und eine innere Ruhe schafft, die mit anderen Stilen kaum zu erreichen ist.

Mit Moonlight-Yoga in die Entspannung gleiten

So wie man den Tag mit dem Sonnengruß beginnen kann und am Morgen die Lebensenergien zum Fließen bringt, so fährt man den Körper abends mit Moonlight-Yoga herunter. Mit dem Restorativen Yoga lassen Sie den Abend sanft ausklingen und gleiten in die Entspannungsphase über, die für einen tiefen und erholsamen Schlaf erforderlich ist. Dabei ist es ganz Ihnen überlassen, ob Sie den Moonlight-Yoga zu einer festen täglichen Routine werden lassen, der Ihnen nach einigen Wochen in Fleisch und Blut übergeht und der damit automatisch das Müdigkeitsgefühl und die Bettschwere einläutet, oder ob Sie sich die Asanas für solche Tage aufheben wollen, an denen Sie vollkommen erschöpft sind, an denen Sie glauben, keine Energie für gar nichts mehr aufbringen zu können und nicht sicher sind, wie Sie am nächsten Morgen überhaupt aus dem Bett kommen sollen. Yoga-Experten raten zum Beispiel, die reguläre Yoga-Praxis ein Mal in der Woche um eine Einheit Moonlight-Yoga zu ergänzen und so immer genau dann neue Energie zu tanken, wenn Ihre Vorräte aufgezehrt zu sein scheinen.

Der Restorative Yoga beginnt mit der richtigen Moonlight-Atmung: Lassen Sie den Atem ganz bewusst, langsam und sanft fließen. Wenn wir unter Spannung stehen, neigen wir dazu, den Atem anzuhalten oder stoßweise zu atmen. Um Entspannung herbei zu führen, ist es wichtig, den Atem natürlich fließen zu lassen. Die Meeresrauschen-Atmung (Ujjayi) dürfte den meisten Yogis aus der Praxis ohnehin bekannt sein. Gedankliche Bilder können dabei helfen, diesen Zustand zu erreichen. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie würden gegen eine zarte Blume atmen. Zugleich erzeugen Sie in der Kehle das Geräusch einer Meeresbrandung, die langsam an den Strand spült. Dadurch wird die Atemphase bewusst in die Länge gezogen und tief und ruhig geatmet. Bald spüren Sie, wie die Atmung auch ohne Ihren Einfluss geschieht. Das Atmen wird zu einem natürlichen Prozess: Sie werden geatmet, anstatt selbst zu atmen. Beim Moonlight-Yoga geht es eben auch darum, Dinge geschehen zu lassen. Verinnerlichen Sie diese Form der Atmung und behalten Sie sie bei allen Asanas bei. Unterstützend können Sie den Raum abdunkeln und mit Kerzen erleuchten. Nicht umsonst heißt der Restorative Yoga manchmal auch „Candle-Light-Yoga“. Beruhigende, meditative Musik kann den Erholungs-Effekt der Übungen unterstützen. Bei diesem Yoga-Stil geht es darum, sanft mit sich selbst zu sein, sich etwas Gutes zu tun. Betrachten Sie sich selbst mit Liebe und handeln Sie danach.

Entspannende Asanas im Moonlight-Yoga

Die Asanas des Restorativen Yogas unterscheiden sich nicht sehr von den Asanas in den sonstigen Stilen. Es ist vielmehr die Zusammenstellung und Kombination der einzelnen Übungen, die den Entspannungseffekt herbei führen. Der Schmetterling zum Beispiel, bei dem Sie auf dem Rücken liegen, die Beine anwinkeln und sie dann seitlich – wie die Flügel eines Schmetterlings – auseinander fallen lassen, ist auch aus anderen Yoga-Stilen bekannt. Die Knie können dabei mit Kissen stabilisiert werden, um die Position möglichst bequem zu machen. Legen Sie die Hände auf den Bauch und schließen Sie die Augen. Geben Sie das Körpergewicht an die Unterlage ab und lassen Sie die Entspannung geschehen. Beim Moonlight-Yoga wird nichts forciert, denn das hätte einen gegenteiligen als den angestrebten Effekt. Weitere Übungen, die im Verlauf der Praxis zur Anwendung kommen können sind die Happy Baby-Pose (das glückliche Kind) – ebenfalls in der Rückenlage mit über dem Körper gebeugten Knien, wobei die Sohlen mit den Händen umfasst werden – die Schulterbrücke, die bestens dafür geeignet ist, den Atemfluss zu unterstützen, die liegende Drehung, die im Schulterbereich Entspannung verschafft, und das Nadelöhr, mit dem Sie die Hüfte öffnen. In all diesen Positionen können Kissen, gefaltete Decken oder Gurte hilfreich sein und genau dort platziert werden, wo Sie sie brauchen.

Eine sehr wirkungsvolle Übung des Moonlight-Yogas ist die Position „verschränkte Arme“. Auch dabei liegen Sie auf dem Rücken und stellen dann die Beine auf. Die Arme werden über der Brust gekreuzt und die Hände auf den Schultern abgelegt. Wenn Sie dann Ihr Körpergewicht in den Boden abgeben, stellen Sie sich vor, wie Sie einen schweren Rucksack voll mit Ihren Sorgen, belastenden Gedanken und Terminen in den Boden abgeben. Sofort wird sich ein Gefühl der Erleichterung breit machen. Diese Asana nimmt Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Last von den Schultern. Um diese dann weiter zu entspannen und die inneren Organe zu massieren, können Sie anschließend in die Stellung des Kindes gehen, die Embryonalhaltung, bei der Sie im Fersensitz sitzen, dann den Oberkörper über den Knien ablegen und schließlich die Stirn auf dem Boden ruhen lassen. Die Hände werden dabei zu Fäusten geballt und zwischen Beinen und Oberkörper abgelegt, sodass die Bauchdecke beim Ein- und Ausatmen massiert wird. Diese Asana wirkt sich vor allem auf den Nackenbereich sehr entspannend aus und macht so den Kopf frei. Zum Ende der Übungsfolge gehen Sie in den unterstützten Schulterstand. Diese wohltuende Umkehrhaltung ist unglaublich wirkungsvoll und rundet das Entspannungserlebnis ab. Anstatt sich aus eigener Kraft auf den Schultern aufrecht zu halten, legen Sie die Beine gegen eine Wand und stützen Sie den Lendenbereich mit einem Kissen oder Polster ab. Nehmen Sie jede Spannung aus dem Schulter- und Nackenbereich und entspannen Sie auch Beine und Füße. So fließt die Lebensenergie einmal anders herum.

Nun sollten Sie einen Zustand absoluter Entspannung erreicht haben. Und selbst wenn es beim ersten Mal nicht gleich geklappt hat: Wenn Sie Moonlight-Yoga regelmäßig praktizieren, werden Sie bald spüren, wie Sie so Entspannung erfahren können. Gehen Sie danach am besten gleich ins Bett und schlafen Sie gut.