Integraler Yoga

Für den Integralen Yoga, einen eher spirituellen Yoga-Stil, gibt es zwei verschiedene Ansätze. Der eine Ansatz geht auf den indischen Yoga-Meister und Philosophen Aurobindo Ghose zurück und verbindet Elemente der traditionellen Yoga-Wege – Jnana Yoga, Karma Yoga und Bhakti Yoga – zu einer harmonischen Ganzheit. Der zweite Ansatz des Integralen Yoga geht auf Swami Sivananda (1887 – 1963), einen indischen Yoga-Meister, zurück. Sein Ansatz vom Integralen Yoga lässt sich mit „ein wenig von allem“ beschreiben.

Der Integrale Yoga nach Aurobindo Ghose

Integraler Yoga

Ziel des Integralen Yoga nach Aurobindo Ghose ist es, Körper und Geist, Welt und Gott zu einem Ganzen zusammenzufügen. Zu diesem Zweck vereint Aurobindo die Disziplinen der klassischen Yoga-Wege und schafft ein vollkommen neues Yoga-System, in dem nicht die Asanas im Vordergrund stehen, sondern die vollkommene Hingabe des Yogis, der all seine Taten, Worte und Gedanken dem Göttlichen widmet. Im Integralen Yoga nach Aurobindo findet der Übende schrittweise die Vereinigung mit Gott.

Wesentliche Bestandteile dieses sehr spirituellen Ansatzes sind die Erkenntnis, dass das ganze Leben göttlich und dem Göttlichen geweiht ist, die Fähigkeit, selbstverantwortlich zu handeln aber auch vertrauensvoll geschehen lassen zu können und darin das Wirken des Göttlichen zu sehen und letztendlich die Entscheidung, jede Tat als Gottesdienst im Sinne der Selbstverwirklichung zu betrachten.

Und so bedeutet der Begriff „integral“ in diesem Fall auch, dass die Welt nicht abgelehnt wird – wie das in anderen Yoga-Praktiken, die die Erlösung aus dem Kreis der Wiedergeburten zum Ziel haben, oft der Fall ist – sondern im Gegenteil, dass die gesamte Welt vom Göttlichen durchdrungen wird.

Der Integrale Yoga nach Swami Sivananda

Im Fall des Integralen Yoga nach Swami Sivananda bedeutet „integral“, dass von jedem ein bisschen praktiziert wird und der Yogi sich nicht spezialisiert.

Sivananda zufolge ist es nicht genug, nur eine „einzige Art von spiritueller Disziplin zu praktizieren, wie groß die Bemühung dabei auch sein mag. Jeder Suchende muss in sein spirituelles Programm alle Punkte aller Yogas oder Möglichkeiten, um zu Gott zu kommen, aufnehmen.“ Während seiner Vortragsreise durch Indien und Ceylon 1950 fasste Swami Sivananda diesen Gedanken in einem Lied zusammen: „Sprich ein wenig, schlaf ein wenig; Ein wenig Gesellschaft, ein wenig Bewegung; Diene ein wenig, gib ein wenig; Arbeite ein wenig, ruhe ein wenig; Lies ein wenig, Gottesdienst ein wenig; Mach ein wenig Asanas, ein wenig Pranayama; Reflektiere ein wenig nach, meditiere ein wenig; Mach ein wenig Japa, mach ein wenig Kirtan; Schreib ein wenig Mantra, hab ein wenig Satsang. Mach das alles wenig, wenig. Dann hast du Zeit für alles.“

Und so enthält auch der Integrale Yoga nach Swami Sivananda – als „Yoga der Synthese“ – Elemente des Hatha Yoga, des Raja Yoga, des Jnana Yoga, des Karma Yoga und des Bhakti Yoga.