Bikram Yoga

Position 6 im Bikram Yoga: DANDAYAMANA-DHANURASANA der stehende Bogen

Bikram Yoga ist ein spezieller Stil des Hatha Yoga, der auf den indischen Yoga-Meister Bikram Choudhury (Jahrgang 1946) zurückgeht. Im Bikram Yoga werden 24 festgelegte Yoga-Übungen in einem heißen Raum – bei 35 bis 40 Grad Celsius – durchgeführt. Deshalb wird Bikram Yoga auch häufig als „Hot Yoga“ bezeichnet. Die festgelegte Reihenfolge der Übungen ist übrigens markenrechtlich geschützt. Zu den Asanas, die dynamisch fließend ineinander übergehen, kommen dann noch zwei Atemübungen hinzu, die Tiefenatmung zu Beginn der Yoga-Stunde und die Feueratmung (Kapalabhati) am Ende der Stunde.

Eine Bikram Yoga-Stunde dauert 90 Minuten. Dabei wird der ganze Körper gefordert und belebt, der Geist angeregt und Stress abgebaut. Durch die hohen Raumtemperaturen wird eine bessere und verletzungsfreie Muskel- und Sehnenarbeit ermöglicht. Das Schwitzen entgiftet den Körper und kurbelt den Stoffwechsel an. Während einer Bikram Yoga- Stunde werden im Durchschnitt 600 bis 700 Kalorien verbrannt. Durch die regelmäßige Ausübung der Bikram-Reihe werden das Immun- und Herz-Kreislauf-System gestärkt, Blockierungen und Verspannungen gelöst, die Muskulatur gestärkt und das allgemeine Wohlbefinden verbessert. Gewichtsverlust sowie eine bessere Balance und Konzentration sind weitere positive Effekte dieses stark körperlich ausgerichteten Yoga-Stils. Kein Wunder also, dass auch Stars, wie Lady Gaga, auf Bikram Yoga schwören,

Die Übungen des Bikram Yoga

In den 90 Übungsminuten einer Bikram Yoga-Stunde wird der gesamte Körper angesprochen, die Beweglichkeit steifer Bereiche gefördert, die Sauerstoffzufuhr und die Durchblutung verbessert, Gewebe und Muskulatur gestrafft und Schmerzen und Verspannungen entgegen gewirkt. Dank dieser ganzheitlichen Anlage ist der Bikram Yoga ideal zur sportlichen Gesundheitsprävention und zum umfassenden Training geeignet.

Die Yoga-Stunde im Bikram Yoga beinhaltet zwei Atemübungen, die Tiefenatmung und die Abschlussatmung. Während die Tiefenatmung dazu dient, Lungen und Kreislauf zu stimulieren und die Lungenkapazität zu erhöhen, dient die Abschlussatmung in Form der stoßartigen Feueratmung der Entgiftung des Organismus. Für Kapalabhati legt der Yogi eine besondere Betonung auf die kraftvolle und aktive Ausatmung durch den Mund, während die Ausatmung passiv und reflexhaft erfolgt. (Hier gibt es übrigens einen deutlichen Unterschied zu anderen Schulen, wo Kapalabhati durch die Nase und nicht durch den Mund praktiziert wird.) Zwischen diesen beiden Atemübungen liegen 24 dynamische Yoga-Übungen, die jeweils zweimal hinter einander durchgeführt werden. Es sind Übungen, die die Muskeln des Oberkörpers stärken, das vegetative Nervensystem stimulieren, die Flexibilität der Wirbelsäule erhöhen, Gelenke öffnen, die Balance schulen, die Verdauung anregen, den Körper entgiften und den gesamten Körper dehnen.

Die Bezeichnungen der einzelnen Übungen weichen im Bikram Yoga häufig sehr stark von den Bezeichnungen ab, die in anderen Yoga-Traditionen üblich sind. So wird die anfängliche Tiefenatmung hier als Pranayama bezeichnet, während andere Yoga-Stile Pranayama als Oberbegriff für alle Atemübungen verwenden, und was im Bikram Yoga „Tadasana“ („Baum“) heißt, kennen andere Schulen als „Vrikshasana“. In diesen Yoga-Stilen wird unter „Tadasana“ dann die Bergstellung verstanden.