Anusara Yoga

Anusara Yoga

Der Anusara Yoga ist ein relativ junger Yoga-Stil, der in den 1990er Jahren in Amerika entwickelt wurde. Der amerikanische Yoga-Meister John Friend kombinierte hierfür Elemente des Iyengar Yoga und der tantrischen Philosophie mit den modernen Erkenntnissen der Biomechanik. Dem Anusara Yoga liegt das Wissen zugrunde, dass der moderne westliche Mensch einen Großteil seines Lebens im Sitzen am Schreibtisch verbringt, sich wenig bewegt und zumeist ungelenkig und schwerfällig ist. Den daraus resultierenden, zumeist schmerzhaften Folgen für die Gelenke und die Wirbelsäule soll durch Anusara Yoga entgegengewirkt werden. Der eigene Körper soll wieder positiv wahrgenommen, seine Potentiale erkannt und genutzt werden. Das Gefühl, der Körper sei ein schwerfälliges Hindernis, wird überwunden und durch eine neue, lebensbejahende innere Einstellung ersetzt, die den Körper in seiner Individualität akzeptiert und seinen Bedingungen entsprechend fördert.

Die universell gültigen Ausrichtungsprinzipien

Der Anusara Yoga bricht festgefahrene Denk- und Bewegungsmuster auf und sorgt für eine stärkere physische und geistige Beweglichkeit. Durch das Praktizieren der Asanas gewinnt der Yogi ein neues Körpergefühl und versteht, wie sein Körper funktioniert.

Grenzen und neue Möglichkeiten werden ausgelotet, neue Sichtweisen und Ansatzpunkte erkannt. Der Schwerpunkt des Anusara Yoga liegt dabei auf universell gültigen Ausrichtungsprinzipien. Die so genannten „Universal Principles of Alignment“ sind biomechanische Prinzipien, die für jede Körperhaltung gelten. Nach und nach erhält der Übende mit diesem Baukastensystem eine Anleitung zur perfekten Körperhaltung, die in jeder Lebenssituation anwendbar ist. Wird sie eingehalten, verspürt der Übende schon bald eine deutliche Verbesserung des Energieflusses im Körper, das allgemeine Wohlbefinden steigert sich, neue Lebenskraft durchströmt den ganzen Körper.

Liebe und Mitgefühl für sich und andere

Ergänzt wird das System der universell gültigen Ausrichtungsprinzipien durch die sogenannten „Heart opening“- Positionen, eine Reihe von Körperhaltungen, die dazu geeignet sind, den Herzraum zu öffnen. Das buchstäbliche Öffnen des Herzens geht mit der Fähigkeit einher, Mitgefühl zu empfinden und macht den Übenden empfänglich für das Göttliche, das in jedem Einzelnen ständig präsent ist. Der Anusara Yoga bleibt dabei aber ein körperbetonter Yogastil, dessen undogmatische, praktische Spiritualität die Körperübungen lediglich sinnvoll ergänzt. Das Ergebnis ist eine positive, optimistische und respektvolle Haltung sowohl sich und seinem eigenen Körper gegenüber als auch gegenüber seinen Mitmenschen und der Umwelt.