Yoga-Stile

Yoga-Stile

Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung gibt es nicht „das Yoga“ schlechthin. Im Gegenteil: Man unterscheidet so viele verschiedene Yoga-Stile, wie es Menschen gibt. Yoga ist immer individuell und genau auf die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Gewohnheiten des Einzelnen abgestimmt. So kann jeder seinen ganz persönlichen Zugang zu der uralten indischen Lehre des Yoga finden. Der Grundgedanke ist bei allen Stilen der Gleiche, doch die Ausführungen und Schwerpunkte unterscheidet sich. So gibt es die körperlich orientierten, traditionellen Stile des Hatha-Yoga – dazu zählen zum Beispiel das Iyengar Yoga, Asthanga Yoga, Jivamukti Yoga und Shivananda Yoga – und die meditativen Stile, die unter dem Begriff Raja Yoga zusammengefasst werden. Eher spirituell orientiert sind hingegen die Stile des Bhakati Yoga.

Welcher Yoga-Stil zu Ihnen passt, hängt von Ihrer individuellen Persönlichkeitsstruktur ab. Anhand einiger Fragen können Sie ganz schnell erkennen, in welche Richtung Sie sich bei der Wahl des Yoga-Stils orientieren sollten. Ob der so gewählte Stil dann tatsächlich der Richtige ist, erfahren Sie aber zumeist erst während der ersten Yoga-Stunden. Wer feststellt, dass er sich im heißen Yoga-Raum unwohl fühlt, für den ist Bikram Yoga nicht der richtige Stil und wer sich körperlich nicht überfordern möchte, sollte kein reines Asthanga Yoga praktizieren.

Hilfestellung zur Wahl des passenden Yoga-Stils

Folgende Fragen sollten Sie sich stellen, wenn Sie sich für einen Yoga-Stil entscheiden wollen:

• Wie fit bin ich?
• Wie gesund bin ich?
• Wie anstrengend darf mein Workout sein?
• Habe ich bereits Erfahrung im Yoga?
• Was erwarte ich mir vom Yoga? Mehr als nur Leibesübungen?
• Was ist mir wichtiger: körperliche Fitness oder geistige Erleuchtung?
• Bin ich bereit auch Neues, Unbekanntes zu versuchen?
Mit der ehrlichen Beantwortung dieser Fragen, kommen Sie Ihrem ganz persönlichen Yoga-Stil schon einen großen Schritt näher.

Yoga für sportlich Ambitionierte

Die wohl wichtigste Frage ist die danach, ob Sie sich überhaupt auf die esoterischen Inhalte des Yogas einlassen wollen und können. Wenn Sie feststellen, dass Sie für die Mantras und esoterischen Aspekte des Yoga nicht zu haben sind, gibt es nur wenige Möglichkeiten, dennoch Yoga zu praktizieren. Einer der wenigen Yoga-Stile, der diese Elemente fast vollständig ausklammert, ist das Bikram Yoga. Hier werden bei hohen Raumtemperaturen anspruchsvolle Körperübungen durchgeführt und die Esoterik des Yoga nur am Rande betrachtet.

Auch im Ashtanga Yoga wird der körperliche Aspekt des Yoga besonders betont. Kraft und Beweglichkeit sind hier von größter Bedeutung – ein Grund, warum dieser Stil besonders häufig von Männern praktiziert wird. In Fitnessstudios findet sich oft auch das sogenannte Power-Yoga, das sich aus dem Ashtanga-Vinyasa Yoga ableitet und besonders dynamisch ist. Wer beim Yoga richtig schwitzen möchte, dem sei dieses Übungssystem aus sechs festgelegten Serien von Asanas empfohlen. Gute Kondition und Kraft sind hier unbedingte Voraussetzung. Ein moderner und körperschonender Yoga-Stil, der ebenfalls häufig in Fitnessstudios praktiziert wird, ist das Yoga-Pilates, das Elemente aus asiatischen Techniken mit westlicher Gymnastik verbindet. Die harmonisch fließenden Bewegungen regen die Durchblutung an und trainieren mehrere Muskelgruppen gleichzeitig.

Yoga für spirituell Interessierte

Wem die spirituelle Dimension des Yoga besonders wichtig ist, der wird zum Beispiel im Jivamukti Yoga seinen Stil finden: Umweltschutz und naturverbundene Lebensführung gehören hier unbedingt dazu. Beim Jivamukti Yoga geht es weniger um Gesundheit und Entspannung als vielmehr um die Erleuchtung im Hier und Jetzt. Karma und Wiedergeburt werden hingegen im Kundalini Yoga thematisiert. Im Sivananda Yoga sind Ethik und Enthaltsamkeit von besonderer Bedeutung. Hier erleben Sie eine Reinform des Yoga, die vollkommen frei von westlichen Einflüssen ist. Der Sivananda- Stil baut auf fünf Prinzipien auf: Körperübungen, Atmung und Entspannung, vegetarische Ernährung, positives Denken und Meditation. Weitere Yoga-Stile, in denen viel Wert auf die Spiritualität und geistliche Entwicklung gelegt wird, sind der lebensbejahende Anusara-Stil, das Jnana Yoga – das auch als Weg der Erkenntnis bezeichnet wird – und das Kripalu Yoga.

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Yoga-Stile. Anhand der oben genannten Fragen finden Sie hier sicher den richtigen Yoga-Stil für sich.

Über diese Yoga-Stile finden Sie auf unseren Seiten Informationen: