Hathapradipika

Die Hathapradipika von Svatmarama zählt, neben der Bhagavad Gita und dem Yogasutra, zu den klassischen Texten des Yoga. In ihr fasste der indische Gelehrte (vermutlich) in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die Grundlagen des Hatha Yoga zusammen. Auch wenn von Swami Svatmarama nichts weiter bekannt ist, zählt er heute zu den bedeutendsten Lehrern in der Tradition des Hatha Yoga nach Matsyendra und Goraksha. Der Hatha Yoga, wie Svatmarama in ihn der Hathapradipika beschreibt, ist der Yoga des Körpers und der Kraft. Das Wort „Hatha“ bedeutet im Sanskrit so viel wie Kraft oder Hartnäckigkeit und Unterdrückung und verweist auf die Anstrengung, die notwendig ist, um das Ziel von Einheit zwischen Körper und Geist zu erreichen. Dafür bedient sich der Hatha Yoga, so wie er in der Hathapradipika beschrieben wird, der körperlichen Übungen, den Asanas, der Atemübungen, den Pranayamas, und der Meditation. Dadurch grenzt Svatmarama seinen Yoga-Weg deutlich vom spirituellen Weg des Raja Yoga ab.

In der Hathapradipika (auch Hathayogapradipika) beschreibt der Autor die Techniken des Hatha Yoga, deren Ziel die Reinigung des physischen und subtilen Körpers ist. Damit stellt der Hatha Yoga in gewissem Sinne eine Stufe des Raja Yoga dar, des königlichen Yoga der acht Stufen. Svatmarama war der Erste, der den Begriff Raja Yoga gebrauchte. Er verdeutlicht in der Hathapradipika, dass die Reinigung von Körper und Seele (die ersten fünf Stufen des Raja oder Asthanga Yoga) die Voraussetzung für die Wendung nach innen ist, mit der schließlich die völlige Ruhe des Geistes erreicht werden kann. Das beinhaltet insgesamt 10 Verhaltensregeln im Umgang mit anderen Menschen und sich selbst sowie die Asanas und die Pranayamas des Hatha Yoga und das Zurückziehen der Sinne von der Außenwelt. Insofern macht die Hathapradipika auch deutlich, das Hatha Yoga nicht als losgelöst von anderen Yoga-Wegen betrachtet werden kann. Alles ist eins im Yoga und schließlich fügt sich alles zu einem großen Ganzen. Nicht umsonst heißt es darin auch: „Kein Erfolg in Raja Yoga ohne Hatha Yoga und kein Erfolg in Hatha Yoga ohne Raja Yoga! Deshalb soll beides gut bis zum Ende geübt werden.“ Wie genau geübt werden soll, erklärt Svatmarama in den vier (bzw. zehn) Kapiteln und insgesamt 643 Versen der Hathapradipika.

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